Blick auf die Lage Schön im Spitzer-Graben-Wachau
Veltliner

Kapriziöser als der Riesling, reagiert der Veltliner sensibler auf meteorologische Mätzchen. Die gab es in den letzten Jahren nicht zu selten, wobei sie stets in unterschiedlicher Form auftreten. So kann es dem Veltliner zur Blüte zu kalt sein oder eben auch, wie 2013, zu warm. In trockenen Jahren leidet er früh unter Wasserstress und tendiert dazu, die Säure über Bord zu werfen – der Lesezeitpunkt ist folglich absolut entscheidend. Kurz: Der Veltliner ist eine Mimose und deshalb eine Herausforderung für jeden Winzer. Verläuft alles gut, dann sind die Veltliner aus dem Graben allerdings ein Maßstab für alle. Dann gesellen sich zu den eminent würzigen und salzigen Noten feine Zitrusaromen und gelegentlich auch eine dezente Exotik und dem durchaus dichten Körper steht eine vitale Säure zur Seite. 2013 war so ein Jahr, dass nach den anfänglichen Schwierigkeiten, die ganze Vielschichtigkeit des Veltliners zum Ausdruck brachte.

GV Wachauer Steillagen
Grüner Veltliner Wachauer Steillagen

Straff, saftig, animierend und viel frische Frucht – das sind die Wesenszüge meines Veltliners von den Steillagen, die zwar theoretisch zur Brandstatt gehören aber eigentlich außerhalb der Lage und in steil abfallenden Hängen über dem Haus wachsen. Würze macht sich erst in der Nase, später dann am Gaumen breit, Steine und Obst ebnen dorthin den Weg. Vital und bekömmlich, konzentriert und doch subtil. Spontan vergoren, wie alle meine Weine, entwickelt er sich kontinuierlich über die nächsten 3-5 Jahre.

Jahrgang: 2013
Alkohol:
12,5%
Säure: 6,5g/l
Restzucker: 1,6g
Optimale Reife: 2016 – 2018
Anbau: Biologisch
Ausbau: Stahltank
Geologie: Orthogneis, Glimmerschiefer
Vergärung: spontan

Grüner Veltliner Vergelt´s Gott
Grüner Veltliner Vergelt´s Gott

„Kraftvoll, strukturiert, lang, würzig, salzig, dicht, lebendig, tabakig, knackig, saftig, mineralisch, steinig“ – meinte ein Freund. Bleibt nicht viel zu ergänzen, nur ein bisschen was zu erklären. Der Name Vergelt´s Gott beruht auf dem Umstand, dass es 2013 zur Blütezeit ganz übel um den Veltliner stand. Plötzlich einsetzende und für die Jahreszeit außergewöhnliche Hitze ließ einen großen Teil (70%) des diesbezüglich extrem sensiblen Veltliner verrieseln, sodass eigentlich mit gar keiner Lese zu rechnen war. Wir irrten uns und konnten 2013 zwar keinen Viesslinger Stern, dafür aber immerhin eine Cuvée aus verschiedenen, meist jungen Parzellen der Bruck und Schön keltern. Der Name ist folglich ein Dank dafür, dass letztlich doch noch alles ganz gut zu Ende gegangen ist.

Jahrgang: 2013
Alkohol:
13%
Säure: 6,4g/l
Restzucker: 1,6g
Optimale Reife: 2020
Anbau: Biologisch
Ausbau: Stahltank
Geologie: teils sandige, teils tiefgründige Braunerdeböden auf Orthogneis & Glimmerschiefer
Vergärung: spontan

GV Schön
Grüner Veltliner Schön

Die Veltliner von der Schön verschließen sich bisweilen in der Jugend und öffnen ihre vielen Dimensionen oft erst nach einem Jahr. Gibt man ihnen freilich die Zeit finden sich sukzessive diverse Aromaschichten: hinter viel Frucht, die gelegentlich auch einen exotischen Einschlag hat, kommen zunehmend würzige Noten zum Vorschein, die von salzigen und erdigen Nuancen begleitet werden. Eingebettet ist das Aromaspektrum in einen warmen und kraftvollen Körper, dem allerdings – den kalten Nächten sei Dank – immer eine kühle und animierende Säure zur Seite steht.

Jahrgang: 2013
Alkohol:
12,5%
Säure: 6,4g/l
Restzucker: 1,0g
Optimale Reife: 2020+
Anbau: Biologisch
Ausbau: 850-Liter Holzfässer
Geologie: tiefgründige Braunerdeböden auf Orthogneis & Glimmerschiefer
Vergärung: spontan

Muskateller
Grüner Veltliner Schön 2013

Dem Muskateller seine Wahrheit zu entlocken ist leichter gesagt als getan. Die allgemeine Erwartungserhaltung tendiert ja in Richtung Parfümerie, doch hat das mit den Wirklichkeiten der Rebsorte wenig zu tun. Gewährt man Muskateller im Spitzer Graben eine natürlich und interventionsfreie Entwicklung stößt man vor allem subtile, zarte und zurückhaltente florale und feinfruchtige Facetten. Die notorisch rauchigen Noten der Bruck, in dessen steinigem Untergrund die Stöcke wurzeln, erweitern das Spektrum und auch die Kühle der Lage drückt dem Wein seinen Stempel auf. Glasklar, frisch und druckvoll und extrem limitiert – mehr als 300 Flaschen gibt es davon leider nicht.

Jahrgang: 2013
Alkohol:
11%
Säure: 8,9g/l
Restzucker: 12,5g
Optimale Reife: 2015-2017
Anbau: Biologisch
Ausbau: Stahltank
Geologie: Orthogneis, Glimmerschiefer
Vergärung: spontan